Dienstag, 18. Juli 2017

Moortheater in Basedow

(c) Moortheater-Medienwerkstatt

Pavel, Maxim und ich haben letzte Woche beim Moortheater  2017 in Basedow mitgewirkt. Und gemeinsam mit 60 Jugendlichen in einer Projektwoche ein Theaterstück auf die Beine gestellt. Es war eine grossartige Erfahrung zu sehen, wie in einer Woche das Stück geprobt, die Musik studiert, die Bühne gebaut, die Masken gebastelt, die Kostüme genäht wurden... mit einem tollen Team von engagierten Leuten. So dass am Samstag und Sonntag ein grossartiges Stück aufgeführt werden konnte.

(c) Moortheater-Medienwerkstatt
Initiiert wurde das alles von meiner Freundin Uta, die irgendwann anfing Geschichten aus dem Malchiner Moor aufzuschreiben und zu veröffentlichen. Und dann zusammen mit Lars Grünwoldt auf die Idee kam, dass man die Geschichten noch besser über Theater den Menschen nahebringen kann.

(c) Moortheater-Medienwerkstatt

Die erste Aufführung fand vor zwei Jahren statt, beim Moorbauern am Kummerower See, wo vor der kleinen Kneipe im Moor, zu der man nur im Boot kommen kann, auf einmal 250 Leute zu sitzen kamen. So dass sie sich rasch vergrössern mussten, und nun im riesigen Marstall in Basedow das Stück aufführen.

(c) Moortheater-Medienwerkstatt
 Uta wollte immer schon Theater machen. Hat aber zuerst den Weg der Naturwissenschaftlerin und Geographin genommen. Jetzt bringt sie Jugendliche dazu, sich mit dem Moor auseinanderzusetzen, mit seiner Vogel- und Pflanzenwelt und seinen Geschichten ... und diese auf die Bühne zu bringen. Wodurch sie Natur und Kultur verbindet und ihren Traum vom Theater wahr gemacht hat.

(c) Moortheater-Medienwerkstatt
In diesem Jahr habe ich zum ersten Mal auch an diesem engagierten Projekt mitwirken dürfen. Maxim und ich haben im Februar an einem Wochenende gemeinsam mit den Jugendlichen das Stück entwickelt, in einem Schreib- und Theaterimprovisations-Workshop. Und wie berührend war es zu sehen, wie die improviserten Ideen der Jugendlichen nun in einem so wunderbar inszenierten Stück an das grosse Publikum kommen durften.

(c) Moortheater-Medienwerkstatt

Danke Uta, dafür, dass du die Energie und die Leidenschaft aufbringst, deine verrückten Ideen einfach umsetzen. Und damit die Träume so vieler Menschen erfüllst!

(c) Moortheater-Medienwerkstatt

Ich würde mich freuen, wenn nächstes Jahr vielleicht auch Greta und Lola mit dabei sein könnten....

(c) Moortheater-Medienwerkstatt

Und nach den Impressionen der Vorbereitungstage, hier noch ein paar Bilder von der Aufführung:

(c) Moortheater-Medienwerkstatt

(c) Moortheater-Medienwerkstatt

(c) Moortheater-Medienwerkstatt

(c) Moortheater-Medienwerkstatt

(c) Moortheater-Medienwerkstatt

(c) Moortheater-Medienwerkstatt

Nicht zu vergessen, die Moortheater-Combo, unter der Leitung von Maxim.

(c) Moortheater-Medienwerkstatt

Und wenn ihr mehr sehen und erfahren wollt, schaut doch auf die facebook-seite des Moortheaters oder auf die Homepage: http://www.moortheater.de/ .  Und kommt nächstes Jahr unbedingt zur Vorstellung!

Espanha ....

Und wieder sind Lola und Greta in Spanien... 3 wunderschöne Wochen bei den spanischen Abuleos (Grosseltern).





Freitag, 21. April 2017

Ein Tick anders...

Ein sehr schöner Bericht über die junge Frau Samantha, die seit 8 Jahren in einem Fachgeschäft für Tiernahrung arbeitet. Und mit ihrer warmen und herzlichen Art das Geschäft so richtig belebt...

Mehr zu lesen auf der Seite des Wendlandes.

Montag, 20. Februar 2017

Hüttenzauber....


Endlich wieder im Schwarzwald. Winterurlaub im Bärental... Diesmal zusammen mit Uta, meiner besten Freundin, und ihrer Familie.

Hier im Bärental, auf der Hütte, haben wir uns kennen gelernt. Vor 25 Jahren.  Verbrachten die Herbstferien mit unseren Familien hier. Später feierten wir sogar Weihnachten gemeinsam hier oben.


Als junge Studentinnen fuhren wir alleine auf die Hütte. Zogen uns vor der Welt zurück. Liefen zu zweit hoch zum Feldsee durch den Herbstwald. Und redeten über Simone de Beauvoir, die neueste Liebschaft und ihre Schattenseiten...Und träumten von einer kleinen Hütte hier oben, wo wir uns zurück ziehen könnten, um Bücher zu schreiben.


Jetzt ist die Hütte voll, wenn wir beide mit unseren Familien hinfahren. 12 insgesamt.


Und wie immer - verbringen wir die Tage mit ausgedehntem Frühstück. Langen Wanderungen. Nachmittäglichen Karten-Spiel - und abendlichen (S...) runden - allerding letzteres ohne Kinder.


Als hätten wir nie anderes gemacht. Dabei war noch im letzten Jahr der Weg zum Raimartihof mit Lola und Pavel ein Ding der Unmöglichkeit. Nach 1 km bin ich entnervt umgedreht und die Großen sind alleine marschiert.


Doch dieses Jahr haben wir alle zusammen den Weg geschafft. 4 km Wanderung unten vom Michelhof bis hoch zum Raimartihof. Mit Brotzeit in der Sonne.  Und 4 km wieder zurück mit wilder Schnellballschlacht...


Naja. Lola immer zum Weitergehen zum Überreden war manchmal höchste Kunst...  Aber nachdem sie (als sie wieder einmal zurückblieb, um in einen Gebirgsbach zu schauen) auf einer Brücke ausrutschte und in den Bach fiel - und zum Glück mit einigen Schrammen, nassen Schuhen und einem gehörigen Schrecken davon kam, lief sie zuverlässig und zügig an meiner Hand. Und liess sie nicht mehr los. (Wie auch kleinere Unfälle ihre Wirkung haben können...)

Danke für diesen wunderbaren Ort!!! Und für die schöne Zeit(en), die wir dort alle miteinander verbracht haben.

Donnerstag, 9. Februar 2017

"Und bring Schlafsachen mit..."

... stand unten auf der Einladung zum Kindergeburtstag bei Lolas Schulfreundin.

'Schlafsachen? Mit Übernachtung? Mitten in der Woche? Mein Herz schlug höher, als ich das las. In krakeligen Kinder-Buchstaben ganz unten rechts. Lola ist auf einer Übernachtungsparty eingeladen!

"Amelie, meinst du Lola kriegt das nicht hin", fragt mich A. lachend, die Mutter ihrer Freundin, als ich sie zögernd darauf anspreche. "So ein Quatsch, die Kinder kennen sich doch". Und ihre Augen strahlen, ohne jede Frage.

Und ich schlucke meine Zweifel und meine wohlwollenden Hinweise hinunter, die alle durch meinen Kopf wirbeln. (Lola hat noch NIE irgendwo alleine übernachtet. Ohne Greta, ihre grosse Schwester. Ohne mich. Wie soll das gehen???)

Lola ist voller Vorfreude! Überlegt sich, was sie ihrer Freundin schenken will. Was sie alles mitnehmen muss. Zählt die Tage rückwärts. Ist auf einmal ganz selbständig. Schon morgens. Alleine Klamotten aussuchen, anziehen, nach dem Essen alleine Zähne putzen, Haare kämmen, anziehen. Und los! Ohne erinnern. Wie verwandelt. Alleine die Vorfreude auf diesen Geburtstag! Da alleine übernachten. Mit ihren Schulfreunden... (Da kommt keine Frühförderung, Ergotherapie und Logo zusammen hinterher. No way!)

Vor drei Tagen dann noch der beiläufige Hinweis der Mutter ihrer Freundin, ob ich Lola doch bitte ein Bahnticket mitgeben kann. Die Kinder würden zum Gebeurtstag gemeinsam von der Schule nach Hause fahren. Mit Straßenbahn und Bus. Alleine (!) Das sei ja kein Problem für Lola, oder?

Da muss ich wirklich schlucken. Mir jeden Kommentar verbeißen. Alles wirbelt in meinem Kopf herum. (Ob ich das den anderen Kindern zutrauen kann. Ob Lola wirklich mitgeht, nicht irgendwo sitzen bleibt. Oder oder oder... )

Aber die Mutter der Freundin ist absolut sicher, dass die Kinder das gemeinsam hinkriegen. Und ich denke nur: "Loslassen, Amelie. Loslassen." Du musst deinem Kind vertrauen. Sie wird das schaffen...  Und ich sage: "Nein, nein. Lola findet das bestimmt toll!"

Und gestern war dann der grosse Tag. Und Lola ist mit ihrem komplett selbst gepackten Rucksack mit Zahnbürste und Kuscheltier zur Schule. Ist am Nachmittag mit ihren Freunden zusammen mit der Bahn zum Geburtstag gefahren. Hat dort einen herrlichen Tag mit Kuchen und wilden Spielen verbracht. Ohne jeden Zwischenfall. Und ist abends - als Allererste - in ihren Schlafsack eingekuschelt eingeschlafen. Und heute wohlbehalten, glücklich und wie selbstverständlich wieder in der Schule angekommen.

Gerade eben kam per SMS die Frage eines anderen Schulfreundes: 'Lola, wann übernachtest du endlich auch mal bei mir?"

Na, das kann ja lustig werden....

Montag, 9. Januar 2017

Aber Mama, ist Gott nicht schon ausgestorben?

Eine kleine Anekdote aus der Reihe "Pavel, und wie er die Welt sieht. Aus dem Leben eines Vierjährigen"


Pavel, Lolas kleiner Bruder, fragt mich beim Zubett-bringen: "Mama, Ostern ist eine Jahreszeit, stimmt's?"

"Nein, das ist ein Kirchenfest. So etwas wie Weihnachten. Oder Pfingsten."

"Und was ist da passiert?"


"Naja", zögere ich etwas, "da wurde Jesus gekreuzigt. Also, getötet. (Und dann ist er wieder auferstanden.)"

"Und wer ist Jesus?"

"Naja, das kleine Baby. Das in der Krippe geboren wurde. Weswegen wir Weihnachten feiern?"

"Aber warum haben die denn das Baby getötet?"

"Nicht das Baby. Das ist irgendwann ein Mann geworden, und den haben sie getötet."


"Und warum?"

"Naja, er ist durch die Lande gezogen. Und hat den Menschen gesagt, dass Liebe das Wichtigste ist. Und der Glaube. Und dass jeder geheilt werden kann, wenn er nur glaubt. Er hat sein Brot mit den Menschen geteilt. Hat sie von Krankheiten geheilt. Und gemacht, dass sie einfach wieder aufstehen können und laufen. Und hat allen erzählt, dass er der Sohn Gottes ist. Das hat manchen Menschen nicht gefallen. Da haben sie ihn getötet."

"Aber Mama. Das ist doch gut. Warum haben sie ihn deswegen denn getötet?"

"Naja, weil die Menschen Angst hatten vor ihm. Und weil sie an einen anderen Gott glaubten."


"Aber Mama, wann ist Gott denn geboren?"

"Gott wurde nicht geboren. Und hat auch keinen Körper."

"Ist Gott denn schon ausgestorben?"

Ich lache. "Nein. Er ist im Hintergrund. Wie eine Energie, die alles durchströmt. Immer schon."

"Kann ich ihn anfassen?"

"Nein, aber du kannst ihn spüren. Wenn du betest."

"Kann ich dann seine Spur sehen?"

"Na so ähnlich. Du kannst dich ihm ganz nahe fühlen."


Ich spreche ein kurzes Gebet, mit geschlossenen Augen und gefalteten Händen. "Und beim Beten, da hab ich mich ganz verbunden gefühlt mit Gott."

"Hast du ihn wirklich gesehen gerade? Wie sieht er aus?"

"Nein, das ist nur wie eine Wärme."

"Und wieso haben die Jesus dann getötet? Wieso ist er nicht weggelaufen?"

"Sie haben ihn verraten. Seine Freunde haben ihn verraten."

"Und wieso ist er dann nicht einfach über die Mauer gesprungen?"

"Ich weiß auch nicht Pavel.... Vielleicht fragt Du morgen mal im Kindergarten, was die sagen, wieso Jesus getötet wurde. Und dann erzählst du es mir."

"Aber die wissen das nicht, Mama. Die wissen das nicht...."

Mittwoch, 21. Dezember 2016

Lola geht Kekse kaufen

Sonntag Nachmittag. Es dunkelt schon. Wir sitzen zu Hause, Pavel immer noch im Schlafanzug. Keine Lust, einen Fuß vor die Tür zu setzen. Nur Greta ist bei einer Freundin und Lola traurig, weil auch sie zu einer Freundin möchte. Oder wenigstens auf den Spielplatz. Im Regen? Es ist doch sooo gemütlich zu Hause, denke ich...


Aber "Lola, magst du vielleicht Kekse kaufen gehen? Bei Jens, im Cafe WB?" Lola springt sofort begeistert auf und ehe ich mich versehe, hat sie sich Schuhe und Jacke angezogen und wartet nur noch auf das Geld zum einkaufen. Lange, sehr lange ist es her, dass ich sie das letzte Mal alleine zum Bäcker geschickt habe. Weil der nahe gelegene leider zugemacht hat und der andere immer so voll ist. Und Jens, bei dem es auch Brötchen gibt, so weit weg ist. Und man am Spielplatz vorbei muss, ohne da abzubiegen... Bisher habe ich Lola diesen Weg noch nicht zugetraut.


"Also, Lola. Du weisst, wo Jens ist, oder? Da, wo wir immer im Sommer Eis essen gehen. Am Spielplatz vorbei... "

"Mama, bin nicht doof!", sagt Lola und schaut mich ärgerlich an.

"Ich wollt  ja nur sicher gehen. Und wenn du wieder da bist, musst du unten klingeln. Weisst du wo unsere Klingel ist?"

"Mama", sagt Lola in noch ärgerlicherem Ton. "Ich nicht doof!!!!"

Und ich hebe entschuldigend die Hände. Und bin erstaunt, wie klar sie auf einmal ist.


Unten an der Haustüre zeige ich trotzdem zur Sicherheit nochmal unsere Klingel, gehe sicher, dass sie ran kommt. Und  passe auf, dass sie sicher über die Strasse kommt. Jetzt muss sie eigentlich immer nur die Strasse entlang (ca. 8 Minuten Fußweg). Und zielstrebig läuft sie los, mit ihrer Geldbüchse in der Hand. Fast beschwingt hüpfend, durch den Regen...


Doch ich kann es nicht lassen, ihr auf der anderen Strassenseite unauffällig zu 'folgen'. Denn es dämmert schon fast, und falls sie doch einfach auf dem Spielplatz bleibt oder sonstwohin läuft, ...

Doch Lola läuft zielstrebig zum Bäcker, direkt am Spielplatz vorbei. Von weitem sehe ich, wie sie freundlich alle Passanten grüsst, die grinsend an ihr vorbei gehen.

Vor dem Café WB angekommmen, bleibt sie eine Weile stehen und bewundert die Auslage. Erst als andere Kunden den Laden betreten, geht sie auch rein. Und setzt sich an einen der Cafetische, wie ich von außen beobachten kann. Nimmt eines der Bücher aus dem Regal und beginnt zu 'lesen'. Die Verkäuferin spricht sie, wirkt aber etwas verunsichert und kehrt an den Tresen zurück. Lola scheint die von mir aufgetragene Bestellung: "eine Tüte Vanillekipferl" noch nicht überbracht zu haben.


Und so sehe ich sie da sitzen. Ganz gemütlich, lesend im Buch. Eine ganze Weile. Gefühlte 10 Minuten. Und ich da draussen werde langsam ungeduldig. Was, wenn sie da jetzt gar nicht mehr raus will? Wenn sie, wie die anderen Kunden, einfach am Tisch sitzen bleibt? Vielleicht sogar einen Kakao bestellt? Ich will mich nicht zu erkennen geben, sie an die Kekse erinnern. Will nicht, dass sie mich bemerkt. Aber nach einer Weile, scheint sie Kontakt zur Verkäuferin aufzunehmen, die ihr auf einmal einen Tüte mit Keksen bringt. Genau die, die ich wollte.  Und Lola zahlt. Und: tritt den Rückweg an. Schnell muss ich mich hinter einer Litfasssäule verstecken, damit sie mich nicht entdeckt.

Und schnurstracks läuft sie wieder nach Hause. Ordnet noch ihre Mütze neu, rüttelt an mehreren Türen, grüsst freundlich weiter alle Passanten. Und: beginnt auf einmal wild vor sich hin zu schimpfen. Lauthals, als würde sie mit mir streiten. Ich höre nur: 'Mama, nein sagen. Darf nicht! Darf nicht. Rüber gehen. Darf.... " Und sehe, entgegen meiner Anweisung, wie sie vor dem Spielplatz schon die Strasse überquert und auf die andere Strassenseite wechselt, auf der sich unser Haus befindet. Nicht erst weiter unten an der Strasse, wo es besser einsichtlich ist. Und es scheint mir fast, als würde sie mit sich selber und ihrem schlechten Gewissen schimpfen, dass sie da nun doch schon früher über die Strasse geht. Denn kaum ist sie drüben, ist sie wieder leise und rennt blitzschnell weiter bis zu uns. Dass ich kaum hinterher komme. Klingelt unten an der Türe, Greta öffnet. Und ist wieder zu Hause.


Und dort kann ich es dir dann nicht nehmen, dass sie die Kekse auch noch hübsch auf einem Teller dekoriert. Dazu SELBER Äpfel aufschneidet, die Kerne mit dem Messer entfernt und alles zum Adventskaffetrinken ins Wohnzimmer bringt. (Ach ja, ich hatte noch ganz vergessen zu sagen, dass ihr derzeitiger Berufswunsch 'Koch' ist. In einem Krankenhaus.)

Wie sie mich immer wieder überrascht....