Montag, 26. September 2016

Lola macht Geschäfte


Lola hat sich bei unserem Gartenflohmarkt am Wochenende als äusserst geschäftstüchtig herausgestellt - und an ihrem Verkaufsstand insgesamt 23 Euro eingenommen! Ich selber habe im vergleichbaren Zeitraum gerade mal Klamotten im Wert von 5 Euro verkauft.


Geschickt lockte sie Kunden an ihren Stand  - in einer unübertrefflichen Mischung aus Herzlichkeit und Bestimmtheit - und liess sie erst wieder weg, wenn diese etwas gekauft hatten. Geduldig und unnachgiebig blieb sie stehen, liess die Kunden nicht aus den Augen, aber ohne aufdringlich zu werden. Zeigte neue Bücher und machte Vorschläge, wenn der Kunde nicht zufrieden war...


Auch ihre Preisvorstellungen waren vollkommen realistisch. Und wurden sehr souverän und selbstbewusst vorgetragen. Als eine Kundin drei Bücher zeigte, die sie haben wollte, sagte Lola ohne zu zögern: "3, 5, 8 Euro" für alle drei Bücher. Ich meinte dann entschuldigend: "Naja, vielleicht 3 Euro". Die Kundin lachte und bezahlte 5 Euro. Die Lola zufrieden in ihre Büchse steckte - in der sie Euro für Euro ansammelte, während meine Kiste fast leer blieb.

Ihr Hauptverkaufsschlager waren übrigens Kinderbücher - die sie selber aus ihrem Bücherregal ausgewählt hatte. 

Tja, da kann ich mir ja einiges von der Madame abgucken - denn Verkaufen ist leider nicht mein größtes Talent. 

Freitag, 23. September 2016

Katze tot - und was danach kommt

Heute früh haben wir auf dem Weg zu Lolas Schule eine Katze auf der Strasse liegen sehen. Tot. Die Autos fuhren immer um sie herum, aber keiner hielt an. Da wir abbiegen wollten, mussten wir eine ganze Weile warten. Und sahen die Katze dort liegen.

Lola schaute sie lange traurig an. Ohne Ekel, Abscheu oder übertriebenes Mitleid. Nein, ganz liebevoll und voller Mitgefühl. Dann sagte sie sanft zu mir: "Mama, Katze gehn. Arm nehmen. Kuss geben. Dann Himmel gehn. Tote Fuchs. Und Opa Jörg. Alle runter schaun."

Frei übersetzt: "Mama, wir müssen die Katze auf den Arm nehmen. Ihr einen Kuss geben. Und dann kann sie in den Himmel gehn. Zu dem toten Fuchs, der auch neulich an der Strasse lag. Und zu Opa Jörg. Und von oben können sie dann alle zu uns nach unten schauen."

Ihr Opa Jörg, der vor bald 5 Jahren gestorben ist, ist schon lange ein Synonym für den Himmel und den Tod. Wer auch immer stirbt, geht zu Opa Jörg. Der oben auf einer Wolke sitzt. Auf die allerdings eine Leiter führt, eine sehr lange. (Eine Idee, die allerdings von Pavel stammt) Die man problemlos hochsteigen kann. Um ihm etwas zu bringen. Nur runter  - kann Opa leider nicht wieder. Aber die Kinder schon. So bringen sie ihm immer mal was vorbei und freuen sich darüber.

Auch Greta, die große Schwester, hat seit einiger Zeit ein sehr entspanntes Verhältnis zum Tod. Denn eines Nachts hatte sie einen Traum:






Donnerstag, 22. September 2016

Interview zu Lola - zum Filmstart von "24 Wochen"

Heute früh war ich live auf MDR-Kultur zu hören, zum Filmstart des heiß diskutierten Filmes '24 Wochen'. Und habe über unser chaotisches und doch so normales Leben mit Lola berichtet und darüber, warum wir uns gegen die Pränataldiagnostik entscheiden haben... 

Aber hört es Euch einfach an:

www.mdr.de/kultur/radio-tv/radio/ipg/sendung687192_date-2016-09-22_days-true_ipgctx-true_zc-465ee0f5.html


Und noch mehr würde ich mich freuen, wenn wir durch Lola, diesen Blog oder das Buch Eltern den entscheidenden Impuls geben könnten, sich - allen Ratschlägen und Ängsten zum Trotz - für Ihr Kind zu entscheiden.

Denn ich verpreche Euch: ihr werdet es nicht bereuen! Zumindest nicht mehr als andere Eltern auch (siehe "#regretting motherhood"). Aber wer hätte je behauptet, dass Eltern sein einfach ist. Und nicht alles, einfach alles im Leben auf den Kopf stellt. Und 'das ist gut so!'

Und wer mag, hier auch noch ein Link zum MDR-Beitrag zum Tabuthema 'Spätabtreibung' anlässlich des Filmes "24 Wochen", den unser Beitrag als lebensbejahender Gegenentwurf abrundet!

Dienstag, 20. September 2016

Plauderstunde mit Lola

Seit Lolas Geburt war mein größtes Ziel, dass sie gut und fliessend sprechen lernt. Um sich mitteilen zu können. Sich ihre Wünsche zu erfüllen. 'Teilzuhaben'...

Doch bis Lola 5 Jahre alt war, sprach sie kein einziges Wort. Außer Mama, Papa und Lola. Sie konnte die Laute nicht zu Silben formen. Über "dadada" mit unterschiedlich starker Betonung kam sie nicht hinaus. Obgleich es ihr sehr gut gelang, sich mitzuteilen. Auch ohne Worte. Erstaunlich gut sogar.

Seit sie in die Schule geht, ist Lolas Sprache jedoch stetig gewachsen. Erst Silben, dann Worte
und nun sogar kleine Sätze. Zwar mit ihrer ur-eigenen Grammatik. Aber Lola liebt es eben, eigene Regeln aufzustellen. Wie dem auch sei. Man versteht sie. Sehr gut sogar.

Und seit einiger Zeit teilt sie nun ihren unglaublichen Lola-Weltwitz auch mit uns. Und ein paar Kostproben ihres Humors muss ich Euch einfach erzählen.


Schnupfennase

Montag Nachmittag. Ich hole Lola nach einer Woche beim Papa in der Schule ab. Sie ist ganz verschnieft und hat eine rauhe Stimme.

Ich frage besorgt: "Lola, warst du krank am Wochenende?" Sie nickt mit betretener Miene.

"Was hattest du denn?"

Sie zieht einen Flunsch, schaut mich sehr traurig an und antwortet: "Husten - und (Sch)luckauf!"


Wochentage

Greta ist für eine Woche auf Klassenfahrt und kommt erst am Freitag wieder. Heute ist Mittwoch. Lola zählt sehnsüchtig die Tage, bis ihre geliebte Schwester wieder da ist. Eine gute Gelegenheit, die Wochentage mit ihr zu üben.

"Lola, schau mal", sage ich und bemühe mich um einen pädagogisch neutralen Tonfall. "Der erste Tag in der Woche ist Mooooontag. Dann kommt der ... Diiiiiiensttaaaaag. Und welcher Tag ist heeeute?"

Lola dreht die Augen nachdenklich nach oben, legt den Finger an die Stirn. Dann geht ein Leuchten über ihr Gesicht und voller Begeisterung sagt sie: "Frühling!!!!!"


Schöpfungsmythos

Lola nimmt in der dritten Klasse der Waldorfschule die Schöpfungsgeschichte durch. Um mir einen Eindruck zu verschaffen, was sie zum Thema schon weiß, frage ich sie beim Abendbrot, welche Tiere und Pflanzen denn alle geschaffen wurden. Voller Begeisterung zählt sie unzählige Haus-, Hof- und Waldtiere auf. Und sogar einige Pflanzen. Ich bin ganz verblüfft.

"Und, Lola. Weißt du auch, wer die Welt geschaffen hat?"

"Überlegen", sagt Lola und kratzt sich am Kopf. Dann strahlt sie mich an und sagt in sehr freierlichem Tonfall: "Jonas!" (Ihr Klassenlehrer)

Freitag, 16. September 2016

Last days of summer ...











Sonntag, 10. Juli 2016

Mädchen mit Down-Syndrom macht glänzendes Abitur in Italien

Italien lebt die Inklusion seit Jahren. Kinder mit Down-Syndrom gehen dort gemeinsam mit den anderen in die Schule. Und werden nach ihren Möglichkeiten gefördert...

Dieses Jahr hat eine junge Frau - Silvia Barbarotto - dort eines der besten Abiture des Landes abgelegt, mit 100 Punkten. Gut, angepasst an ihre Fähigkeiten wurden ihr differenezierte Aufgaben gestellt. Aber gemessen an den Anforderungen hat sie eine Glanzleistung gebracht. Und die wurde offiziell gewürdigt.

Mehr erfahrt ihr in diesem Artikel: 

Foto: Tobias Bayer

Donnerstag, 7. Juli 2016

Allein mit dem Flieger nach Spanien!!!


Gestern sind Lola und Greta ganz ALLEINE nach Spanien zu den Abuelos (Großeltern) geflogen. Natürlich mit Flugbegleitung. Aber ansonsten ganz auf sich gestellt. Wahnsinn!!!


Hier die letzten Fotos beim Snack am Gate. Ich durfte sie bis zum Flugzeug bringen. Und wie war ich aufgeregt. Durfte mir natürlich nichts anmerken lassen, um meine Sorgen nicht zu übertragen. Und auch wenn Greta am Morgen sich doch etwas flatterig fühlte, war Lola zum Glück absolut cool und gelassen...


Sie bestand darauf, alleine zu fliegen. War richtig sauer, dass ich überhaupt noch bis zum Gate mit durfte, das hätte sie am liebsten alleine mit Greta gemacht. Und als der Flugbegleiter sie am Gate abholte und zum Flugzeug brachte, stiefelte sie davon. Ohne sich noch einmal umzudrehen und zu winken. Spanien: wir kommen!!!!


Da sitzen sie drin im Flieger, meine beiden Süßen. Wahnsinn. Ich kann es kaum fassen....


Und mittlerweile sind sie auch gesund und sicher angekommen. Zwischen Madrid und Oviedo gab es ein paar Turbulenzen und in Madrid einen großen Raum für alle allein fliegenden Kinder mit Fernseher und Spielgeräten, erzählten sie lediglich. Ansonsten alles super. Sie hätten auch mehrere sehr nette ältere spanische Damen in jedem Flieger kennen gelernt, die sich sehr liebevoll um sie kümmerten. Ach, wie liebe ich Spanien und deren kinderfreundlichen Umgang.







 Dass Lola Down-Syndrom hat, habe ich an keiner Stelle erwähnt. Und weder am Check-In noch am Gate hat irgendjemand etwas gesagt.... Warum auch?

Absolut souverän haben die beiden zusammen das gerockt. Unglaublich. Ich bin sooo stolz auf sie. Wenn mir das vor 8 Jahren jemand erzählt hätte....